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JANA KMITOVA (SK)
 
Zu meiner Musiksprache allgemein: Ludwig Wittgenstein hat einmal geschrieben, es gäbe zwei Arten von Komponisten - die, die aus dem Kopf konstruieren und die, die aus dem inneren Gehör schreiben. Ich fühle mich der zweiten Gruppe zu gehörig. Am Anfang jeder Komposition steht immer ein starker innerer Impuls, der aus der Inspiration von Literatur, Malerei oder realem Leben kommt und der dann in die musikalische Sprache umgesetzt wird. Zu den Regeln meines Komponierens gehört vor allem mir keine feste Regel zu stellen. Ich beginne gerne immer vom Nullpunkt, suche bei jeder neuen Komposition etwas ganz anderes als bei der vorherigen, bin ewig neugierig und stelle mir immer neue Herausforderungen.
Ich arbeite auch selbst zu gleicher Zeit auf den Feldern Literatur und Zeichnen und diese drei schöpferischen Ströme - Musik, Wort und Linie - gehen bei mir immer auf gewisse Weise in jedem Stück Hand in Hand, sie sind in einer ständigen gegenseitigen Beeinflussung und Einheit.
Ich beginne gerne die Stücke sozusagen aus tiefem Unterbewusstsein - aus dem Automatismus - wie ein Zeichner, der zum Anfang seiner Arbeit gar nicht auf das Papier schaut. Danach schenkt er aber allmählich seinem Werk immer mehr und mehr Aufmerksamkeit, er analysiert es bis zum letzten Element, zieht von dieser Analyse die Schlüsse für Weiterentwicklung und das formale Konzept seines Werkes; und wenn am Anfang seiner Arbeit das Werk sozusagen „vor ihm“ war, ist am Ende seiner Arbeit wieder er weit „davor“ und hat das Werk schon lange vorher beendet als er den letzten Punkt seiner Zeichnung gesetzt hat.
Ich halte gerne die Zügel fest, aber ich lasse sie gerne auch fallen; vielleicht gehöre ich zugleich beiden Gruppen der Komponisten-Arten an, die Wittgenstein erwähnt hat.
So oder so, wie Steve Martin schreibt: „Über Musik zu sprechen, ist wie über Architektur zu tanzen.“ In diesem Sinne lade ich den Leser dieses Textes ein zum Hören meiner Musik.

JANA KMITOVA (4. 9. 1976 Presov, Slowakei)
1990/1996 - Konservatorium in Kosice, Klavier- (M. Hermanova) und Kompositionsstudium (J. Podprocky)
1996/2001- Hochschule für Musik und Tanz Bratislava, Komposition (D. Martincek)
1997 - Kompositionskurs in Trstenice, Tschechien (M. Smolka, I. Medek)
1998 - Kompositionskurs in Reichenau, Österreich (M. Jarrell)
1999 - Kompositionskurs in Buckow, Deutschland (F. Rabe), Auftrag für Streichquartett für das Eröffnungskonzert des nächsten Kompositionskurses
- Kompositionskurs Voix Nouvelles Royaumont, Frankreich (B. Ferneyhough, J. Schöllhorn, T. Hosokawa)
1999/2004 - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Komposition (M. Jarrell), das Studium abgeschlossen mit dem Würdigungspreis
2000 - Kompositionskurs in Domaine Forget, Kanada (D. Boulian, J. Rea)
- Stipendium von der Tokyo-Foundation Wien
2001- Einladung zum Musikfestival in Takefu, Japan, Uraufführung der Kompositio Kamea für 6 Instrumente mit dem „Klangforum Wien“
- Stipendium von der Tokyo-Foundation Wien
2002 - Kompositionskurs in Lugano, Schweiz (M. Jarrell)
- Teilnahme an dem Projekt Musik für Ravensbrück, Uraufführung von Dych für Sopran, Flöte, 2 Akkordeone und Klavier
2003 - Kompositionskurs in Lugano, Schweiz (M. Jarrell), Uraufführung von Rana für 13 Instrumente mit dem Ensemble „Ticino Musica“
- Einladung zum Musikfestival in Takefu, Japan, Uraufführung von Tras mit dem „Trio Accanto“, Internationaler Kompositionspreis des Festivals, Auftrag des Werkes für ein Streichquartett
- Uraufführung des Trios für Violine, Violoncello und Akkordeon bei der Biennale München
2004 - Uraufführung des Auftragswerkes von Musikfestival in Takefu, des III.Streichquartetts - Steile Brücken mit dem „Arditti Quartet“
2005 - Kompositionskurs in Graz, Österreich (B. Furrer)
- Uraufführung der Musik zum Theaterstück Drachenträume in MUMOK Wien
2006 - Auftrag der Philharmonie Kosice (Slowakei) für ein Orchesterwerk (Stilleben mit dem Wind)
2007 - Kompositionsworkshop des Deutschen Symphonie-Orchesters (Uraufführung von Drei Psalmfragmente für großes Orchester)
- Preis des Festivals in Piestany (Slowakei) für die beste slowakische Komposition für das Stück Winterblätter für zwei Gitarren
- Teilnahme am Projekt „Variationen der slowakischen Komponisten“: 44 Komponisten reichen ihre Variation zu einem vorgegebenen Thema ein.

WERKLISTE: Flauto solo II (1996) 5´; Fragment, für Akkordeon solo (1996) 7´; Frauenchöre mit Texten von Mila Haugova (1997) 12´; Studien für Flöte, Violine und Klavier (1997) 8.40´; Na dne dna, für Klarinette und Klavier (1998) 6.31´;  Unremembered never forget (1999), für Blockflöte, Oboe und Akkordeon 7´; Mozaika, für 2 Flöten, 2 Klarinetten und Fagott (2000) 15´; Kamea, für 6 Instrumente (2000-2001) (Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagzeug) 9´; II. Streichquartett (2001) 15´; Tras, für Saxophon, Klavier und Schlagzeug (2002-2003) 14.23´; Skraty, elektroakustische Komposition (2002-2003) 7´; Trio für Violine, Violoncello und Akkordeon (2003) 10´; Dych, für Sopran, Flöte, 2 Akkordeone und Klavier (2003) 10.00´; Rana, für 13 Instrumente (2003/2006) (Flöte, Oboe, Klarinette, Bassklarinette, Trompete, Posaune, Klavier, 2 Schlagzeuge, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass) 12.40´; III. Streichquartett “steile Brücken” (2003-2004) 21.15´; Suite im älteren Stil, für Violine und Viola (2004) 15´; Briefanfänge an Ursus, für Flöte, Akkordeon und Klavier (2005) 15.12´; Z mrtveho domu, für Akkordeon und Klavier (2005) 16´; Tswaim, für Orgel (2005) 9´; Abschied, für Flöte und Orgel (2005) 8´; Naklonene roviny, für Klavier vierhändig (2005) 17´; Isola Sacra, für 8 Stimmen (2006) 18´; Stilleben mit dem Wind, für großes Orchester (2006) 20´; Abschiedsfragmente, für Oboe und Streichquartett (2006) 15´; Tjesen, für Flöte, Violoncello und Gitarre (2006) 15´; Drei Psalmfragmente, für großes Orchester (2004-2007) 15´; Winterblätter, für zwei Gitarren (2007) 17´; Pavor Nocturnus, für Fl, Ob, Kl, Pno, Perc, 3 Vl, Vla, Vlc .

Mailto: Jana Kmitova.